Seit 1985 lebt und arbeitet Paola Telesca in Berlin  -  "Galerie+Atelier Bianco A Nero"


Künstlerische Ansatz

Meine künstlerische Tätigkeit umfasst Zeichnungen, Fotografien und Installationen über das Thema Bewegung und deren optischer Wahrnehmung. Mich interessieren besonders allgemeine Bewegungsabläufe, Erkundung von Geschwindigkeit und Stillstand, Änderung von Tempo, gegenläufige Richtungen, Zeitempfinden durch Fixierung von Ruhepunkten, Schaffen von Gleichgewichten und Auflösungserscheinungen – ein Spiel mit der Wahrnehmung und den Sehgewohnheiten des Betrachters.

Meine Medien-Installationen ermöglichen zudem eine interaktive, spielerische Erfahrung. Das „Kind in uns“, die Unschuld, kommt zum Vorschein. Die thematischen Handlungen greifen hier auf Erfahrungen aus unserer Kindheit zurück (die Schaukel, das ferngesteuerte Auto, das Spiel „Himmel und Hölle“). Sie ermöglichen dem Betrachter eine Nähe zur Kunst. Interaktion, Wahrnehmung der Bewegung, Raum, optische Täuschungen sind die Schwerpunkte dieser Arbeiten.

Eine wichtige Inspiration habe ich auch im Tanz gefunden. Meine Absicht ist den Tanz wahrzunehmen, die Bewegung auf Papier festzuhalten, den Raum auf dem Format des Blattes zu erfassen, Takte, Akzente, Stillstand zu spüren und mittels der Zeichnung und der Fotografie wiederzugeben – das Wesentliche fest zu halten. Es handelt sich um eine stenografische Aufzeichnung der Bewegung in der Linie, des Raumes auf dem Papier. Mir geht es dabei um die Konzentration, die bei der Arbeit mit Tänzern und Musikern entsteht. Es geht darum die Takte der Musik auf mich wirken zu lassen, die Tänzer anzuschauen, die Bewegungen zu spüren, zu begleiten, zu interpretieren, ihnen zu folgen und sie zugleich auf dem Papier zu interpretieren, bis in mir das Gefühl entsteht selbst zu tanzen. Alle Zeichnungen habe ich mit einem poetischen Titel für diese Arbeiten versehen: „Ich zeichnete. Ließ sie tanzen. Bis die Musik mich auch aufnahm.“

Zur Zeit arbeite ich mit einer Butoh-Tänzerin und einem Musiker. Ich erkunde Töne, Räume, Bewegungen und Ausdruck dieser besonderen Tanzform. Gesichtsausdruck und Hände sind ein weiteres Thema meiner Arbeiten bei der Entlarvung des Menschen in seiner Essenz. Im Vordergrund steht die Wahrnehmung des “Seins” bei der Hingabe im Ausdruckstanz. Es ist der Versuch, die Emotionen und die Gefühle zu verstehen und zu lenken, auf der Suche nach Harmonie und Anmut - das Hässliche in Harmonie und Schönheit zu verwandeln und ein Gleichgewicht zwischen Körpersprache und Gestik zu finden. Was ich sehe, ist nicht immer schön – im Ergebnis oft die Darstellung von Ängste, des „Grauens“. Der verzweifelte Mensch, seine Ängste, die Schwingungen des Körpers, die Widersprüche sind in meinen Arbeiten präsent. Bilder der Schwermut, der Gedrucktheit, der Verzweiflung, gewinnen und vermitteln Lebenskraft – das Leiden in allen seinen Facetten (Körper, Spannung, Gestik). Die Selbstbeherrschung, der Stolz, die Habgier, die Contenance, unsere dominante Haltung, die solide Fassade, werden gebrochen, entlarvt. Gefühle und Bilder - der Wind, das Flüssiges, die Härte, ... – nehmen Form an und bieten poetische Momente. Es erschließt sich ein bescheidener Mensch im Einklang mit dem Gedächtnis der Erde.

 

Als Projektionen setzen meine Zeichnungen Akzente zu Tanz und Musik und erzeugen eine neue Darstellungskraft.

 

Vita

in Rom geboren
2000-2001 Weiterbildung Multimedia Konzepterin, Akademie für digitale Medien, Berlin
1996 Meisterschülerabschluss, UdK Berlin
1989-1995 Freie Kunst an der UdK Berlin
1987-1988 Abendstudium, Kunsthochschule Weissensee, Berlin
1980-1983 Dolmetscherschule, Rom (Italienisch, Englisch, Spanisch)
 
Förderungen/Preise/Sonstiges
2017 -Assistent - Galerie Joachim Pohl, Berlin (Aufbau Ausstellung "Das flüssige Ohr - Japan 1996", Fotografische Bilder von Gundula Schulze Eldowy)
Aufnahme in dem Programm der Galerie ARTQUISITE
1. Vorsitzerin - KunstEtagen Pankow, Berlin
2016 - IMPROABEND - Makiko Tominaga (Butoh Tanz); Marcel Schmid (Saxophon); Celia Mehnert, Paola Telesca (Projektionen)
Teilnahme am Luxembourg Art Prize - 2016
Mai 2015 Grundung der Galerie+Atelier Bianco a Nero, Berlin-Pankow

seit 2012 Mitglieder der KunstEtagen Pankow, Berlin

2010 ZEITges(ch)ehen, Teilnahme Tempelhof-Schöneberger Kunstpreis 2010, Rathaus-Galerie, Berlin-Tempelhof

2003 Modelling und Animation, Werbespots Scratch/24h, Regie: Albert Heiser

2002 Teilnahme an der Jury Jesteburger Kunstwoche, Jesteburg

2000 1. Kunstpreis 4. Jesteburger Woche, Jesteburg (Publikation)

Internationaler Kunstpreis 2000, Kunsthalle werkP2, Hürth/Köln (P)

1995-1996 Mitorganisation Kunst-Aktion und Ausstellung Kunst auf dem Waggon-Kunst Stationen, Bahnhof Westend, Berlin

1995 Projektförderung, Senat für Kulturelle Angelegenheiten, Berlin

1994-1996 Tutorium, Frauen Medien Pool und Medien Werkstatt, UdK Berlin

1993 Projektförderung, Ausschreibung Görlitzer Park - Temporäre Projekte, Kulturamt Kreuzberg, Bethanien Haus, Berlin

Ein Spiel ist ein Spiel ist ein Spiel, Performance + Film, Görlitzer Park, Berlin Träger des Kunstpreises Kunst im Görlitzer Park (Telesca, Kocking, Eisenlohr)

1986-1990 Wohnsitz in Ost Berlin, ehemalige DDR

 

Ausstellungen

2017

Tischlein deck dich, Galerie Artist-Homes, Berlin

Mail Art Projekt "Hope, Faith and Love", Projekt by Susanne Schumacher

ARTspring 2017, Galerie+Atelier Bianco A Nero, Berlin

... mir ist so daDA im Kopf! - Mail Art Ausstellung, kunst.remise, Berlin

Berlin DICH - Geschichten aus der Hauptstadt, Galerie Bianco A Nero, Berlin

2016

"Dada trifft Haiku"- ... mir ist so daDa im Kopf!“, Galerie Daneben, Köln

März - Teilnahme an "...mir ist so daDa im Kopf! Mail Art Projekt

Kunstverein Rüsselsheim, Anonyme Zeichner 2015

Februar - Galerie Bianco A Nero, Internationale Mail Art - Project II - curated by Juliana Hellmundt

IMPROABEND - Makiko Tominaga (Butoh Tanz) - Marcel Schmid (Saxophon) - Celia Mehnert / Paola Telesca (Projektionen), Galerie Bianco A Nero, Berlin

2015

November/Dezember - Galerie GEYSO20, Anonyme Zeichner 2015, Braunschweig

Werkschau der KunstEtagen Pankow (KEP)

Tongues of Engels - Mail Art - Project I - curated by Atelier Juliana Hellmundt

Oktober - Galerie ARTQ13, Anonyme Zeichner 2015, Rom

31.07.-29.08. - Galerie Nord, Kunstverein Tiergarten - Anonyme Zeichner 2015, Berlin

2. Mai 2015 - Live Zeichnen - Flamenco Straßenperformance im Rahmen des Gallery Weekend Berlin

Pohl 11

2013

Anonyme Zeichner Nr. 11, Kunstverein Tiergarten, Berlin

2010

ZEITges(ch)ehen, Tempelhof-Schöneberger Kunstpreis 2010, Rathaus-Galerie, Tempelhof

2009

Anonyme Zeichner Nr. 10, Bethanien Haus, Berlin (P)

2008

Anonyme Zeichner Nr. 9, Bethanien Haus, Berlin (P)

2003

Klinikum Benjamin Franklin, Berlin (P)

City Bank, Berlin

2002

Heimat Haus, Jesteburg (P)

2001

Never Met Before - Begegnung junger Künstler aus Jerusalem und Berlin, Berlin

Zeitlos, Berlin

2000

Beitrag für das Projekt Kunstfernsehen, Sonderkanal 8 (www.preset.de/worldhausTV)

Galerie KunstRaum, Berlin

1. Kunstpreis, 4. Jesteburger Kunstwoche, Jesteburg (P)

Internationaler Kunstpreis 2000, Kunsthalle werkP2, Hürth/Köln (P)

1999

... und ab die Post, 3. Festival junger experimenteller Kunst, Postfuhramt, Berlin

Galerie Nagornaja, Moskau

1998

... und ab die Post, 2. Festival junger experimenteller Kunst, Postfuhramt, Berlin

Galerie KunstRaum, Berlin

1997

... und ab die Post, 1. Festival junger experimenteller Kunst, Postfuhramt, Berlin

Schwindel, Galerie Weißer Elephant, Berlin

1996

Teilnahme Kunstpreis Ökologie, AEG Hausgeräte GmbH, Nürnberg

3-minütiger Beitrag des Projektes Hausblick für Canal 7, Fernseh-Kultursendung Revolver, Chile

1995

Hacia, Rotunde - Raumlabor, Skulpturen-Park, Tacheles, Berlin (E)

El Caimán, Galerie am Prater, Berlin

Hausblick, Skulpturen-Park, Tacheles, Berlin (E)

Ein Spiel, aber ganz und gar nicht wie eins und eins ist (16mm Film, 7 Min.) Premiere, Bethanien Haus, Berlin

Buch und Kunst, Villa Oppenheim, Berlin

1994

S-Bahn Projekt Südring - Kunst aus dem Waggon, Kunstaktion der UdK in Zusammenarbeit mit der Karl Hofer Gesellschaft und der Reichsbahn (P)

Kunst-Stationen, Bahnhof Westend, Berlin

1993

Handgepäck, Barlett School of Architecture, London (P)

Ein Spiel ist ein Spiel ist ein Spiel, Kunstaktion und 16mm Film - prämierter Beitrag im Rahmen der Ausschreibung Kunst im Görlitzer Park - temporäre Projekte

Umwelt Plakatwettbewerb des Landes Brandenburg, Stadthalle Cottbus - Ausschreibung des Umweltministerium

1991

Berliner Sparkkasse, Berlin (P)

 

(P): Publikation

(E): Einzelausstellung

 

Publikationen

- "... mir ist so Dada im Kopf" - MusenTritt - 2016

- "Internationaler Kunstpreis 2000" - Ausstellungskatalog  

   Kunstvereinhürth e.V. im WerkP2, Kalscheurener Str. 19, 50354 Hürth (Seite 50-51)

 - "Kunstwoche Jesteburg 2000", Ausstellungskatalog Kunstwoche Jesteburg e.V.

 - "Kunstwoche Jesteburg 2002", Ausstellungskatalog Kunstwoche Jesteburg e.V.

- "Grosse Steglitzer Kunstausstellung 2002", Universitätsklinikum Benjamin Franklin

  herausgegeben vom Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf, Berlin

- "... und ab die Post 1999", aktions galerie, Ausstellung im Postfuhramt, Berlin

- "ZEIT-LOS", 2001, Ausstellungskatalog, Dorfkirche Jakobshagen

- "Görlitzer Bahnhof - Görlitzer Park" Berlin-Kreuzberg

    SupportEdition ISBN3-927869-09-0 (Seite 124 – Projekt "Ein Spiel ist ein Spiel ist ein Spiel")

- "Kunst aus dem Waggon - Kunststationen"

   Die S-Bahnprojekte der Werkstatt SPIEL + BÜHNE, Fachbereich 6 der UdK Berlin   

   (Hochschule der Künste Berlin/S-Bahn Berlin GmbH/Karl-Hofer-

   Gesellschaft/Deutsche Bahn AG)

- "Klasse Möbus", Ausstellungskatalog November 1993, UdK Berlin

- "Plastiken - Zeichnungen" (1991), Berliner Sparkasse, Berlin

 

 

Videographie

1. Tunesien - Reiseskizzen, 1993 (Super-8, s/w, 10 Min.)   *

2. Ein Spiel ist ein Spiel ist ein Spiel, 1993 (16mm, Farbe, 7 Min.)

3. Hacia, 1994 (Dokumentation auf S-VHS, Farbe, 11 Min.)**

4. Hausblick, 1995 (Dokumentation auf S-VHS, Farbe, 6 Min.)***

5. Kunst-Stationen, 1996 (Dokumentation auf S-VHS, Farbe) *

6. Gib mir Schwung - Ruth und David, 1996 (Dokumentation auf S-VHS, Farbe, 5 Min.)****

7. Akatombo (Butoh-Tanz von Makiko Tominaga), 1997 (Dokumentation auf S-VHS, Farbe, 1 St.)*

8. Gib mir Schwung - Schwindel, 1997-1998 (Dokumentation auf Betacam, Farbe, 5 Min.)***

 

*       Kamera: Paola Telesca

**     Kamera: Nicolás Hammerschlag

***   Kamera: Francisco Domínguez

**** Kamera: Juliette Cazanave, Ciro Morello

Stand: Juli 2017


Urheberrechten: paola telesca, 2016